Mallorca 2006  

 

 

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Die Insel:

Über Mallorca muss man normalerweise nicht viel erzählen. Leider verfügt die Insel über einen zweifelhaften Ruf. Da wir vor einigen Jahren (noch ohne unseren Sohn) schon einmal auf Mallorca waren, wissen wir, dass dieser Ruf zu unrecht besteht. Ein Ballermann-Urlaub ist nicht das, was wir suchten und suchen. Stattdessen war wieder ein Familienurlaub geplant. Wir suchten ein All-inclusive-Hotel in Strandnähe, was die Auswahl des Ortes auf Mallorca ein wenig einschränkt. Auf der einen Seite sollte der Urlaubsort nicht zu lebhaft sein und auf der anderen Seite auch nicht völlig ohne Ansiedlung in der Nähe. Unsere Wahl fiel nach Anraten unseres Reisebüros auf eine Hotelanlage in der Nähe von Porto Pedro. Das liegt an der Süd-Ostküste Mallorcas.

Der Flug:

Schon der Urlaubsprospekt ließ eine große Anlage vermuten. Das Hotel nannte sich Iberostar Club Cala Barca und liegt fünf Autominuten von Porto Pedro entfernt. Wie üblich hatten wir erneut einen Nachtflug, der sich auch noch um fast drei Stunden verspätete. Grund dafür war ein Defekt an einem der Triebwerke der Condor Boeing 757 (genannt "langer Lulatsch"). Am Abflugtag waren wir schließlich der letzte Flieger von Köln/Bonn. Durch die Fenster in der Abflughalle konnte man zunächst eine Krankenwagenverladung und dann ein Reparaturteam an der rechten Düse erkennen. Die Gerüchteküche der Wartenden ging von einer lockeren Schraube bis zu einem völlig kaputten Flieger. Tatsächlich war durch Vogelschlag eine Lamelle in der Schaufel der Düse angerissen und musste ausgetauscht werden. Soweit jedenfalls die Aussage des Kapitäns kurz vor Abflug. Wir kamen dennoch wohlbehalten in Palma an. Es folgte ein ewig langer Fußmarsch vom Gate zum Kofferband. Nachdem wir unsere Koffer hatten, fand sich der Fahrer des Minibusses schnell. Die Transferzeit zog sich noch ein paar Minuten in die Länge, da noch ein weiteres Ehepaar unterwegs in einem anderen Hotel abgeliefert wurde. Mitten in der Nacht erreichten wir übermüdet unser Feriendomizil. 

Die Unterkunft:

Für uns gilt der Wahlspruch "Urteile nie am Anreisetag". Deshalb haben wir zunächst klaglos alles hingenommen, was mit uns geschah. Der Nachtportier ließ uns zunächst unzählige Formulare ausfüllen und schickte uns postwendend in den dunklen Speiseraum ein Gebäude weiter. Hier gab es noch ein paar kleine Snacks und etwas zu trinken. Zurück an der Rezeption wurden wir samt Koffer in einen Minibus gesetzt, der uns zu unserer Unterkunft bringen sollte. Wir hatten ein Familienzimmer mit separatem Elternschlafzimmer gebucht. Es ging bergab und bergauf an mehreren Wohntrakten vorbei hinter den letzten Wohntrakt der Anlage. Der Fahrer, der nur englisch sprach, öffnete uns das Zimmer und half beim Koffertragen. Der erste Eindruck war etwas exotisch: die Eingangstür befand sich im Schlafzimmer! Von hier aus ging es durch einen kurzen Flur, von dem das Bad abzweigte, ins Wohnzimmer. Hier gab es neben einer richtigen Küchenzeile und einem Esstisch mit vier Stühlen auch zwei Schlafsofas, die sich gegenüber lagen. In der Mitte stand ein Sofatisch und daneben ein Schreibtisch mit einem Fernseher. Alles sah sehr sauber und gepflegt aus. Nur: es gab kein gemachtes Bett für unseren Sohn! Der freundliche Fahrer musste also noch Bettzeug für das dritte Bett besorgen, das dann zehn Minuten später auch da war. Beziehen mussten wir die Schlafcouch dann allerdings selber. Es war dann schließlich 3 Uhr morgens, als wir endlich im Bett lagen. Dafür wurden wir dann um 7 Uhr durch ein Klingeln an der Türe wieder geweckt. Das Zimmermädchen wollte die Betten machen. Leider fehlte ein "Bitte nicht stören"-Schild im Zimmer. Sonst hätten wir es an die Tür hängen können. Als dann schließlich eine halbe Stunde später noch das Telefon klingelte, war die kurze Nacht endgültig vorbei. Leider klingelte es in den 14 Urlaubstagen noch häufiger, da unsere Telefonnummer 1212 hervorragend von kleinen Kinderfingerchen gewählt werden konnte. Wir haben dann irgendwann das uralte Wählscheibentelefon einfach ausgestöpselt.

Unser Familienzimmer war wie folgt ausgestattet:

bulletSchreibtisch
bulletKüchenzeile mit Töpfen, Essgeschirr und Gläsern
bulletModerner Farbfernseher mit ARD, ZDF, SAT1 und RTL
bulletDoppelflügeliger Schrank mit Mietsafe im Elternschlafzimmer
bulletMit Holztür abgegrenzter Elternschlafraum mit Doppelbett und Nachttischen
bulletManuell regelbare Klimaanlage für beide Räume
bulletAm Wohnzimmer angrenzende kleine Terrasse mit Plastiktisch und Plastikstühlen
bulletBadezimmer mit Toilette und Badewanne incl. Duschvorhang
bulletBadehandtücher und kleine Handtücher für jede Person
bulletKombiniertes Duschgel/ Kopfwaschmittel in einem Spender
bulletMappe mit Aufstellung aller Servicemöglichkeiten und Rufnummern

Die Anlage:

Mit dicken Augenrändern ging es zunächst zum Frühstück. Zuerst musste mal der Weg dorthin gefunden werden. Dazu gab es bereits beim Einchecken einen bunten Plan mit Häusernummern. Dieser erwies sich jedoch als unübersichtlich. Im Hauptrestaurant (es gab tatsächlich noch weitere Restaurants) angekommen, mussten wir uns zunächst den Weg durch schätzungsweise 50 (in Worten: fünfzig) Buggys und Kinderwagen bahnen, die vor der Tür abgestellt waren. Die Anzahl der Menschen im Speisesaal hat uns förmlich erschlagen. Da in Spanien inzwischen das Rauchen in geschlossenen Speiseräumen verboten ist, haben wir uns als Raucher einen Platz auf der überdachten Terrasse gesucht. Es fand sich noch ein winziger Zweiertisch am Rand. Den fehlenden Stuhl und ein drittes Gedeck gab es nach längerem Suchen auch. Jetzt mussten noch Speisen und Getränke erkämpft werden. Das gestaltete sich wiederum schwierig, da an den Getränkeautomaten und diversen Theken reger Andrang herrschte. Da hieß es: Schlange stehen und Geduld bewahren. Wie sich an den folgenden Tagen herausstellte, waren wir zu einer Zeit frühstücken gegangen, an der fast alle die gleiche Idee hatten. In der Folgezeit gingen wir notgedrungen antizyklisch. Da war dann der Andrang erträglich.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, die riesige Hotelanlage zu erkunden. Es gab zahlreiche Pools, mehrere Restaurants und einige Geschäfte. Den Rauchern sei gesagt: Zigaretten gab es auf der gesamten Anlage nicht. Zigarettenautomaten und der Verkauf von Tabakwaren außerhalb von speziellen Tabakgeschäften ist inzwischen in Spanien ebenfalls verboten. Hier half nur eine Busfahrt in das benachbarte Porto Pedro. Es war nicht zu übersehen: das Hotel war komplett ausgebucht. Am Hauptpool waren keine Liegen mehr zu haben und draußen irgendwo einen Sitzplatz zu bekommen, war äußerst schwierig. Glücklicherweise war unser Zimmer am äußersten Ende der Anlage angesiedelt. Hier gab es für drei Reihenhäuser einen eigenen Pool und eine kleine Snackstation mit Getränkeautomat. Zur besten Mittagszeit standen hier immer nur eine Handvoll Hungriger. Alles was es hier gab war Mineralwasser, Cola, Limonade und Bier. Zudem Pommes Frites, Hot Dogs und Hamburger. Die Bude war auch nur von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Kaffee gab es überhaupt nicht. Dazu musste man sich an den Strand oder zum Hauptpool begeben, was gut und gerne jedes Mal fünf bis zehn Minuten je Richtung dauerte. Mal eben einen Kaffee trinken, konnte man also vergessen. Diesen Nachteil nahmen wir trotzdem in Kauf, da in unserem Anlagenteil bei weitem nicht so viele Leute waren wie im Hauptbereich des Hotels. Irgendwann entdeckten wir auch den riesigen Sportbereich der Hotelanlage. Hier gab es fast alles, was das Sportlerherz begehrt: Pony- und Pferdereiten, Minigolf, Luftgewehrschießen, Mountainbikefahren, Tennis, Fußball, Tischtennis, Tauchen und Kinderkartfahren. Das Reiten und Tennisspielen war zeitlich begrenzt kostenfrei. Für Tischtennisutensilien und Minigolfschläger war ein Geldpfand zu hinterlegen. Das Tauchen und der Fahrradverleih waren relativ teuer. Überall gab es Kaltgetränkeautomaten mit stets frischen und saueren Bechern. Nur einmal passierte es, dass mal etwas leer war. Bei der großen Anzahl der Gäste wurde das stets gut organisiert! Einen kleinen Sandstrand mit großem Spielplatz inklusiv professioneller Kinderbetreuung und Strandbar mit Snacks gab es in der Mitte der Anlage. Auch hier waren Sitzplätze zu den Hauptzeiten rar. Das Essen war hier meist nur lauwarm aber stets frisch und ständig nachgefüllt. Der Service war stets prompt und freundlich. Alle an der Rezeption gemeldeten Problemchen wurden stets kurzfristig gelöst. Einen Badehandtuchverleih gab es nicht. Verwundert waren wir über den "putzfreien Dienstag". Das Zimmermädchen kam irgendwann zwischen 7 und 17 Uhr aber eben nicht dienstags. Auch kam es vor, dass bei "schlechtem Wetter" (damit sind auch dunkle Wolken ohne Regen gemeint), die Strandbar geschlossen war.

Während unseres Aufenthaltes begann die Fußballweltmeisterschaft. Klar, dass wir die Spiele der deutschen Mannschaft an der im Prospekt angekündigten Großleinwand verfolgen wollten. Aber auch hier war der große Veranstaltungsraum hemmungslos überfüllt. Vor der Tür hatten sich zusätzlich noch zahlreiche Gäste mit Plastikstühlen in mehreren Reihen versammelt, so dass ein Durchkommen nicht mehr möglich war. Wir zogen es dann vor, die Spiele in unserem Zimmer anzusehen. Schade eigentlich, da die Stimmung (schon wegen der zahlreichen Tore für die deutsche Mannschaft) fast wie im Stadion war. Da die Freudenschreie nach jedem Tor deutlich zu hören waren, entschlossen wir uns, nach den Spielen zum sogenannten Mainpool zu gehen. Auch hier wieder das gleiche Spiel: tausende von Leuten und Schlangestehen beim Getränkeholen. Ansonsten gab es neben der oben angesprochenen professionellen Kinderbetreuung jeden Abend gute Shows und Spiele. Diese wurden bei jedem Satz in fünf Sprachen wiederholt (spanisch, englisch, deutsch, niederländisch und französisch). Besonders beliebt waren die Kinderveranstaltungen. Tagsüber gab es kleine Poolspiele für die Kleinen, bei denen es auch immer etwas zu gewinnen gab.

Fazit:

Hotel und Urlaubsort haben uns grundsätzlich gefallen. Service und Unterkunft waren bei der vollen Belegung gut. Die Erkundung der näheren Umgebung mit einem Leihwagen klappte hervorragend. Alle Minuspunkte waren einzig und allein auf die Größe der Anlage und Menschenmengen zurückzuführen. Bei der nächsten Buchung werden wir mit Sicherheit vor einer derart großen Hotelanlage zurückschrecken. Zudem führt eine Buchung in der absoluten Nebensaison sicherlich zu einer geringeren Auslastung des Hauses, so dass man seinen Urlaub nicht mit Wartezeiten verbringen muss. Die An- und Abflugzeiten inklusive der Transferzeiten von mehr als einer Stunde trugen auch nicht gerade zum Gelingen des Urlaubs bei. Trotzdem war es ein schöner Urlaub auf einer wunderschönen Ferieninsel.

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